22.02.2019

Jugendkoordinator Stefan Heiderich im Gespräch

Wie können und müssen die Verbände die Vereine unterstützen? Wie schafft es die Basis, die Chancen zu nutzen, die sich aus der EURO 2024 in Deutschland ergeben? Dies sind die Kernfragen, mit denen sich der 3. Amateurfußball-Kongress vom 22. bis 24. Februar 2019 in Kassel beschäftigen wird.

Unser Jugendkoordinator Stefan Heiderich gehört zur Delegation des Thüringer Fußballverbandes und ist einer von 4! Vereinsvertretern die für Thüringen an diesem Kongress teilnehmen.

Wir haben ihm drei kurze Fragen gestellt, die er uns beantwortet hat.

Was erwartest Du vom Amateurfußball-Kongress?

Ehrlich gesagt nicht wirklich viel, aber ich habe die Hoffnung, das die Funktionäre und Präsidiumsmitglieder des DFB aktiv zuhören, welche Probleme es an der Basis wirklich gibt und das sie verstehen, das der DFB wieder zu dem werden muss, was er sein wollte und sollte, der Interessenvertreter des Amateurfußballs in Deutschland und nicht eine profitorienterierter Verwaltungsapparat der fernab der Realitäten agiert.

Was ist Dein wichtigstes Ansinnen, Dein wichtigstes Thema?

Es sind zwei Themen wirklich wichtig. Zum einem die Qualifizierung der vorhanden Trainer in den Vereinen. Hier muss es dezentrale Lösungen geben, die sich an den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Ehrenamts orientieren und nicht an den Befindlichkeiten der Funktionärsebene oder der hauptamtlichen Mitarbeiter. Zum zweiten die Würdigung des Ehrenamtes in einem Verein. Vielleicht gelingt es Herrn Grindel als MdB ja, zum Beispiel 1 Rentenpunkt für 10 Jahre Ehrenamt in einem Verein als Idee in die Rentendiskussion einzubringen. Das wäre ein kleiner Anreiz sich ehrenamtlich zu engagieren. Aber es braucht natürlich noch weitere Anreize.

Was muss sich im Amateurfußball tun, um zukunftsfähig zu sein?

Der DFB und die Landesverbände bis zu den Kreisen müssen weg davon Vereine zu bestrafen, wir brauchen ein Belohnungssystem. Wir brauchen Anreize um ehrenamtliches Engagement in den Vereinen attraktiv zu machen. Wir brauchen einheitliche Regelungen, zum Beispiel deutschlandweit einheitliche Regeln auch im Kleinfeldbereich. Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Flexibilität vor Ort und wir brauchen eine bedürfnisorientierte, dezentrale Trainerqualifizierung vor Ort. Und zu guter Letzt auch das ein oder andere Förderprogramm, welches sich an den Bedürfnissen vor Ort orientiert und finanziell auch ausreichend ausgestattet ist.